Fabio Vonarburg

Journalist. Hofnarr. Kressezüchter.

Freundlich auch zur Weihnachtszeit

Wer zwei Tage vor Heiligabend noch die letzten Geschenke besorgt und sich dabei ob der langen Schlangen vor den Kassen nervt, würde das guttun, was ich getan habe: ein Rollentausch. Einen Tag lang arbeitete ich an der Kasse in einer Manor-Filiale und sah die Dinge für einmal aus der Sicht des Verkäufers statt des Last-Minute-Geschenke-Jägers.

Während einige Käufer sich über meine Langsamkeit aufregten, nervte ich mich über ihre Ungeduld und ihre unfreundlichen Gesichter; freute mich aber über die Mehrzahl an Kunden, die mir ein Lächeln schenkten oder zum Scherzen aufgelegt waren. Denn wer jetzt lange in der Warteschlange steht, ist vor allem eines: selber schuld.

Er sollte seinen Stress nicht an den Verkäufern ablassen, sondern die Konsequenz seines Handelns würdig und mit einem Lächeln ertragen. So wie jener Kunde, der nach meiner Entschuldigung für die lange Wartezeit mit einem Schulterzucken sagte: «Jetzt habe ich wohl keine andere Wahl, als geduldig zu sein.»

Während die meisten Arbeitnehmer jetzt einen Gang runterschalten können, ist der Dezember für das Verkaufspersonal auch ohne genervte Kunden die strengste Zeit des Jahres. Und kaum ist Weihnachtszeit vorbei, kommt die Welle der Umtauschaktionen.

So lasst uns in Geduld üben, und nehmen wir uns ein Beispiel an den Verkäuferinnen und Verkäufern, die trotz Stress und langen Schlangen vor ihren Kassen für jeden ein Lächeln übrig haben. Denn seien wir ehrlich: Letztlich ist noch jeder von uns an der Kasse drangekommen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten – dem Verkaufspersonal, aber auch allen Kunden.

Foto: Dominic Kobelt

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Meinung

Fabio Vonarburg • 24. Dezember 2015


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